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IFSC Boulder Worldcup 2013 – Deutsches Team mit sechs Athleten im Halbfinale

IFSC Boulder Worldcup 2013München, 25.08.2013. Der erste Wettkampftag ist vorbei, die Halbfinalistinnen und Halbfinalisten für den heutigen Sonntag stehen fest. Für das deutsche Team lief es sehr gut: Vier Herren und zwei Damen sind eine Runde weiter – nur das russische Team brachte es mit acht Athleten auf mehr Halbfinalisten. Bei den Herren setzten sich Thomas Tauporn, Jan Hojer, Philip Ratajczak und Jonas Baumann sehr souverän durch. Bei den Damen qualifizierten sich Juliane Wurm und Monika Retschy ohne Probleme fürs Halbfinale. Im internationalen Starterfeld gab es zweieinhalb Überraschungen: Mit dem Niederländer Jorg Verhoeven und dem Franzosen Guillaume Glairon Mondet schieden zwei Favoriten frühzeitig aus. Und die erst 16-jährige Patricia Holzmann aus dem Allgäu hätte um ein Haar die bereits als Gesamtsiegerin feststehende Österreicherin Anna Stöhr aus dem Wettbewerb gekickt.

119 Athleten kämpften um den Einzug ins Halbfinale

Mit 65 Herren und 54 Damen aus 25 Nationen gingen im Münchner Olympiastadion noch mehr Athleten als in den Jahren zuvor an den Start. Sehr groß war das Zuschauerinteresse. Bei für Boulderverhältnisse etwas warmen, für die Zuschauer aber sehr angenehmen 25 Grad kamen insgesamt rund 6000 Zuschauer, um die Ausscheidungsrunden der Damen und Herren zu sehen. „So viele Zuschauer und so eine gute Atmosphäre habe ich bei einer Qualifikation noch selten erlebt,“ freute sich Organisationschef Matthias Keller. „Daran haben die vielen Helfer vom DAV München und Oberland und die Routenschrauber um den Schweizer Manuel Hasseler einen großen Anteil.“ Ins Halbfinale zogen 20 Damen und 20 Herren aus jeweils zwei Startgruppen ein.

Die halbe Überraschung bei den Damen

Kurz vor 19 Uhr am Samstagabend waren fast alle Damen schon durch, als das österreichische Team plötzlich sehr nervös wurde. Lange zuvor hatte Anna Stöhr ihre fünf Boulder bereits hinter sich gebracht – allerdings nicht besonders gut. Irgendwie unkonzentriert wollten ihr nur zwei Top-Begehungen gelingen, damit stand sie auf Rang zehn und gerade noch im Halbfinale. In dieser Situation stieg Patricia Holzmann vom DAV Allgäu-Kempten in ihren letzten Boulder ein. Klar war: Wenn es ihr gelingen würde, diesen Boulder zu klettern, würde sie Anna Stöhr vom zehnten Rang verdrängen. Die großartige Leistung der Allgäuerin in den Bouldern zuvor ließ dies durchaus möglich erscheinen. Dann rutschte sie allerdings mehrfach vom ersten Tritt ab und ließ dabei die letzten Kräfte. Fast wäre ihr eine kleine Sensation gelungen.

Juliane Wurm vom DAV Wuppertal zeigt keine Blöße. Mit einem zweiten Platz demonstrierte Deutschlands Nummer eins im Damenbouldern ihren Anspruch, beim Kampf um die Tageswertung in München ein Wörtchen mitreden zu wollen. Monika Retschy vom DAV München-Oberland stand der Wuppertalerin allerdings kaum nach. In sehr überzeugender Manier erkletterte sich die Münchnerin mit einem fünften Rang das Ticket für morgen.

Ein Debüttant rollt das Feld von hinten auf

Er startete zwar erst als Drittletzter seiner Gruppe, kletterte aber auf den vierten Platz nach vorne: Philipp Ratajczak vom DAV Alpinclub Kassel lieferte bei seinem ersten Weltcup eine äußerst überzeugende Leistung ab. Wie kaum ein anderer Athlet zog er die ersten vier Boulder sehr kraftvoll durch und musste sich erst am fünften von fünf Bouldern knapp geschlagen geben. Für die Qualifikation reichte es trotzdem locker. Ähnlich überzeugend, wenn auch nicht ganz so überraschend, waren die Leistungen seiner Teamkollegen: Thomas Tauporn vom DAV Schwäbisch Gmünd, Jan Hojer vom DAV Frankfurt/Main und Jonas Baumann vom DAV Wuppertal belegten die Plätze ein, zwei und fünf in ihren Gruppen. Sollten sie ihre Leistungen von heute auch morgen abrufen können, sind alle vier deutschen Starter heiße Kandidaten für das Finale der besten Sechs.

Überraschend schieden Jorg Verhoeven aus den Niederlanden und Guillaume Glairon Mondet aus Frankreich bereits aus. Sie müssen den dritten Podiumsplatz in der Gesamtwertung nun vermutlich Kilian Fischhuber aus Österreich überlassen, der sich mit einem ersten Platz in seiner Gruppe locker für das morgige Halbfinale qualifizierte. Mehr als dieser dritte Rang ist für den vielfachen Gesamtweltcupsieger allerdings nicht mehr drin: Dmitrii Sharafutdinov aus Russland steht als Gesamtsieger bereits vorher fest, und mit dem Einzug ins Halbfinale ist dem Österreicher Jakob Schubert der zweite Platz auch nicht mehr zu nehmen.

Foto: Nico Altmaier